ecce - european centre for creative economy

Eu-Kommission will markt der kultur und  Kreativwirtschaft gerechter machen

„Künstler und Kulturschaffende sind unsere Kronjuwelen. Die Schöpfung von Inhalten ist kein Hobby, sondern ein Beruf. Und sie ist Teil unserer europäischen Kultur.“ Mit diesen Worten hat EU-Präsident Jean-Claude Juncker in seiner Rede am 14. September 2016 in Straßburg ein neues Kapitel für Kultur- und Kreativwirtschaft in der europäischen Politik eröffnet. Ein Meilenstein, denn noch in seiner Antrittsrede vor dem Europäischen Parlament am 15. Juli 2014 kam das Wort Kultur- und Kreativwirtschaft nicht einmal vor.

Seitdem waren unterschiedlichste AkteurInnen in Städten, Regionen und Nationen in Europa aktiv, um Kultur- und Kreativwirtschaft wieder auf die Agenda der Europapolitik zu setzen – allen voran Initiativen wie die 2014 gegründete Intergroup Cultural and Creative Industries im EU-Parlament unter Leitung von MdEP Christian Ehler sowie die 2015 gestartete Initiative Voices of Culture der Generaldirektion Kultur und Bildung.

Auch Konferenzen wie der European Creative Industries Summit (ECIS) in Brüssel und das Forum d’Avignon Ruhr hatten sich 2016 der Aufgabe verschrieben, für die Unverzichtbarkeit der Kultur- und Kreativwirtschaft in Europa einzutreten – nicht nur aus ökonomischen Gründen. So forderte bereits auf dem ECIS 2016 auch ecce-Geschäftsführer Prof. Dieter Gorny: „We now urgently require a digital strategy, a concept for clear growth and, consequently, a political and social understanding that such growth also needs a specific legal framework in the cultural digital space. The business models of the cultural and creative industries are certainly a factor for the overall growth of the economy.“

Jetzt hat die EU-Kommission gleich mehrere Ziele und Initiativen zur Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft gestartet und zu Beratungen ins EU-Parlament eingebracht. In der Pressemitteilung heißt es:

„Als zentrale Elemente ihrer Strategie für einen digitalen Binnenmarkt hat die Kommission heute Vorschläge verabschiedet, mit denen sie Folgendes anstrebt:

- mehr Auswahl und einen leichteren Zugang zu Inhalten, im Internet und über Grenzen hinweg
- ein besseres Urheberrecht im Hinblick auf Bildung, Forschung, das Kulturerbe und die Eingliederung     von Menschen mit Behinderungen
- einen gerechteren und tragfähigeren Markt für Urheber, die Kultur- und                                                  Kreativwirtschaft und die Presse.“

Initiativen zur Stärkung der Kultur- und Kreativwirtschaft:

Proposal for a Directive of the European Parliament and of the Council on copyright in the Digital Single Market

Proposal for a Regulation laying down rules on the exercise of copyright and related rights applicable to certain online transmissions of broadcasting organisations and retransmissions

Promoting a fair, efficient and competitive European copyright-based economy in the Digital Single Market

 

Fotos © European Union, 2016 / Source EC - Audiovisual Service und © Vladimir Wegener / ecce GmbH